farbe im dunkeln (10)

(ex Folge III/9 vom 24. November 2020)
Storchschnabel

Falls ich mich in Sachen Storchschnabel wiederhole, bitte ich um Nachsicht! (Schließlich bezeichnete mich mal jemand als „Nerd“, nachdem ich erzählte, dass ich gerade ein Buch über „Hardy Geraniums“ studiere!).

Womit wir beim Thema wären: „Geranium = Storchschnabel, Pelargonium = Geranie“; so ist es richtig. Geranium ist grundsätzlich winterhart, die beliebte Balkonblume Pelargonium nicht (bestimmt gibt’s Ausnahmen, aber sei’s drum).

Die Schwärmerei von Stuttgarter Bekannten über Storchschnäbel hatte ich beinahe vergessen und kam erst hier im Nordwesten wieder darauf zurück, wo sie häufig gepflanzt werden. Auf den Fotos seht ihr die etwas hellere Art „Geranium nodosum“ (blüht im Schatten und das noch immer) und die sattlila Sorte „Geranium nodosum ‚Clos du Coudray'“, die noch bis vor kurzer Zeit Blüten zeigte.

Geranium nodosum ist der „Bergwaldstorchschnabel“, und es gibt zahlreiche weitere Arten mit jeweils weiteren Sorten. Ich kann u.a. dienen mit so schönen Namen wie „Mayflower“, „Silverwood“, „Ingwersen’s Variety“, „Versicolor“ und „Apfelblüte“ – von anderen Arten, die sich für Halbschatten eignen (G. sylvaticum) oder Sonne (G. sanguineum), undsoweiter-undsofort, ich komme zum Ende und überlasse das Wort der geschätzten Firma Gaissmayer, siehe Link!

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.


https://www.gaissmayer.de/web/shop/pflanzen-sortiment/stauden/geranium-storchschnabel/240/

Veröffentlicht am
Kategorisiert in im garten.

farbe im dunkeln (9)

(ex Folge III/10 vom 29. November 2020)
Exkursion zum Weihnachtsstern

Auch in der herbstlichen Fotorunde sollen Exkursionen nicht fehlen. Dreizehn Jahre ist unser Madeira-Urlaub her, genau zur aktuellen Jahreszeit war es, und noch immer erinnere ich mich an die berauschende Blüten- und Farbenvielfalt in der Natur und den Gärten, zu der noch eine quietschbunte, beleuchtete Weihnachtsdekoration in der Hauptstadt Funchal kam. Zum 1. Advent schicke ich euch den auf Madeira draußen und ganzjährig gedeihenden Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) mit – als Zimmerpflanze hier und heute finde ich ihn nicht so besonders interessant (vielleicht eine weitere kindliche Prägung: Im Elternhaus ging sie zuverlässig noch vor den Feiertagen ein), aber draußen, mitten im Atlantik, war das schon faszinierend.

Beim Thema Madeira darf die Signaturpflanze der Insel, die Strelitzie (Strelitzia reginae) nicht fehlen, die man nicht nur in Hülle und Fülle draußen sehen, sondern auch am Flughafen kaufen kann (sie fliegt dann im Laderaum gekühlt mit und kommt mit dem Gepäck zum Vorschein!). Sie wird auch Paradiesvogelblume genannt, was ihre Gestalt und Farbe sehr schön trifft.

Was auf dem verbleibenden Foto ist, möge mir einer von euch sagen – eine Artischocke? Ich bin mir nicht sicher. Aber das Foto musste mit! Madeira (ausgesprochen: Madáira) ist eine wunderbare Insel für Blumen- und Gartenfreunde (siehe Link).

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.

Veröffentlicht am
Kategorisiert in auf reisen.

farbe im dunkeln (8)

(ex Folge III/11 vom 3. Dezember 2020)
Chrysantheme

Liebe Freunde,

danke für die vielen Antworten auf die letzte Folge – drei von sechs wussten, dass die von mir nicht identifizierte Pflanze eine Protea ist, zu Deutsch nennt man die Art Zuckerbüsche, Silberbäume, Kaprosen oder Federbüsche! Der Wikipedia-Artikel findet sich unter Link 1. Welche Sorte mag es nun gewesen sein, Protea venusta?

Bei „Zuckerbüsche“ habe ich mich zunächst verlesen und musste an Thomas Manns wundervolle Figur Sesemi Weichbrodt (in den „Buddenbrooks“) denken: „Ich wörde die ganze Zockerböckse nähmen!“ Und auch wenn die gutmütige Sesemi so gar nix mit der Protea zu tun hat – ich wüsste jedenfalls nicht -, sei sie einfach mal so mit Link 2 gewürdigt!

Die drei angehängten Fotos zeigen die erst im September neu gepflanzte Chrysantheme „Nebelrose“, die Teil meines kleinen Karl-Foerster-Projekts ist. Die Sorte wurde von ihm 1908 als eigene Züchtung eingeführt. Zur Ehre Foersters und wegen der Schönheit dieser Sorte habe ich in Sachen Insekten beide Augen zugedrückt. Gefüllte Blüten wie diese sind für sie uninteressant. Aber immerhin gibt es auch die Foerster-Chrysantheme „Herbstbrokat“ mit zugänglichen Blüten, sie wird irgendwann noch nachgereicht – erst mal abwarten, wie sich die Nebelrose macht! Sie kam mit Knospen von Gaißmayer, blühte bald auf und ist noch immer sehr schön, auch heute sieht sie fast noch so aus wie auf den Fotos.

Link 3 erklärt, wie sich Chrysanthemen von Astern unterscheiden – man nennt sie ja oft „Winterastern“. Auch wenn sie ein bisschen altbacken wirken, sind sie doch eine schöne Neuentdeckung für mich und als echte Farbe noch im Dunkeln der aktuellen Jahreszeit willkommen!

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.


https://de.wikipedia.org/wiki/Zuckerbüsche

https://www.wikizero.com/de/Therese_Bousset

https://www.gartenblog24.de/unterschied-zwischen-astern-und-chrysanthemen/

Veröffentlicht am
Kategorisiert in im garten.

farbe im dunkeln (7)

(ex Folge III/12 vom 8. Dezember 2020)
Sonnenbrau
t

Liebe Freunde,

im Gedenken an unsere Katze Lenchen (denn die Sonnenbraut heißt botanisch Helenium) will ich es nun auch mit diesen schönen Stauden probieren.

Kühn habe ich diesen Herbst fünf verschiedene Sorten gepflanzt, die auf originelle Namen hören: „Baudirektor Linne“, „Waltraut“, „Kupferzwerg“, „Sahin’s Early Flowerer“ und schließlich, von Karl Foerster gezüchtet, „Flammenrad“. (Er führte meines Wissens auch die Sorte „Wonnadonga“ ein, was sich merkwürdig inkorrekt anhört heutzutage, finde ich). Für ein neues Beet ab Frühjahr 2021 habe ich die Sorten „Moerheim Beauty“ und „Loysder Wieck“ vorgesehen.

Wenn ich jetzt nur wüsste, ob auf Foto 1 nun „Kupferzwerg“ oder „Sahin’s Early Flowerer“ zu sehen ist! Jedenfalls einer von beiden, im Kaufzustand waren sie sich doch recht ähnlich und mehr gibt es zurzeit noch nicht zu betrachten. Wie eine Gruppe von Sonnenbräuten im Hochsommer aussehen kann, als sei sie nicht von dieser Welt, konnte ich diesen Juli im wunderbaren Hermannshof (ihr erinnert euch, in Weinheim an der Bergstraße) bewundern – seht Foto 2 (das ist Helenium x cult. „Waltraut“, möge sie auch hier so gedeihen).

Zu einer schönen Seite über Helenium an sich führt Link 1. Und Link 2 zum verehrten Karl Foerster – allerdings muss man bei der Übersicht der Züchtungen wohl vorsichtig sein, denn die dort mit aufgezählte „Waltraut“ ist nicht von ihm gezüchtet (sondern von Deutschmann, und zwar 1947).

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.


Link 1: https://www.gartenflora.de/gartenwissen/ziergarten/stauden/helenium/

Link 2: https://www.garten-literatur.de/Leselaube/persoenl/foerster_zuechtungen.htm

Veröffentlicht am
Kategorisiert in im garten.

farbe im dunkeln (6)

(ex Folge III/13 vom 14. Dezember 2020)
Der Hermannshof und Mrs. Willmot

1


Liebe Freunde,

schauen wir in trüben Tagen lieber nochmals auf den Sommer zurück – auch der Juli-Besuch im „wunderbaren Hermannshof“ (so sagt der sehr britische Gartenkolumnist, Gartenzwerggegner und, ach ja, Historiker Robin Lane Fox) war ganz wunderbar, und die hier angehängten drei Fotos zeigen das.

Auf dem ersten ist Eryngium giganteum zu sehen, die Elfenbeindistel, die auf den Beinamen „Miss Willmot’s Ghost“ hört. Die charmante Geschichte dazu lest ihr mit Link 1, und wozu diese Edeldistel auch gut ist, mit Link 3.

Es ist eine schöne Pflanze, die zu setzen ich mich nur bisher nicht traute – ist sie nicht doch allzu auffällig oder klingt mir, ihr wisst schon, der abfällige Tonfall bei „Distel“ noch zu sehr im Ohr? Ich glaube, bald mache ich’s.

2


Foto 2 zeigt die berühmte Präriepflanzung im Hermannshof, mit der der neue Chef Cassian Schmidt Anfang der 2000er Jahre ein Zeichen setzte. Zu einer sehr schönen Veröffentlichung dazu führt Link 2.

3


Auf Foto 3 ist ein weiterer Eindruck von dieser Bepflanzung zu haben. Hier in Nordwest ist der Boden (noch) zu frisch für diese Art von Staudenbeet, aber für die weiter erwärmte Zukunft bleibt es im Hinterkopf gespeichert…

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.


Link 1: https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/738864/wie-eine-exzentrische-lady-einer-pflanze-den-namen-gab

Link 2: http://www.blaetterwerk-redaktionsbuero.de/wp-content/uploads/2016/09/ML_5-16_Praerie2.pdf

Link 3: https://www.theguardian.com/environment/2020/sep/14/country-diary-theres-new-life-in-miss-willmotts-ghost

Veröffentlicht am
Kategorisiert in auf reisen.

farbe im dunkeln (5)

(ex Folge III/14 vom 21. Dezember 2020)
Rittersporn, Daumen drücken!

Liebe Freunde,

erneut ist heute Karl Foerster ein Thema, der in Sachen Rittersporn ausdrücklich empfiehlt, zunächst eine einjährige Sorte auszuprobieren, bevor man sich den „Großen“ widmet, den ausdauernden. Brav habe ich’s so gemacht und aus Samen den sehr schönen, allerdings namenlosen Einjährigen vorgezogen und ausgepflanzt, den ihr auf dem ersten Foto seht. Das zweite Foto zeigt den nur scheinbar aufblühenden, in Wirklichkeit schon spätherbstlich erstarrten Nachfolger namens „Jubelruf“, von Foerster 1950 eingeführt. Ein eigens angelegtes neues Beet soll ihn und seine Kollegen „Berghimmel“ (1920!) und „Dämmerung“ (ich glaube, 1943) beherbergen – drückt alle Daumen, dass es gelingt!

Was ich mit Foerster noch vorhabe, folgt später. Mit den Links gelangt ihr zu einem schönen Spiegel-Artikel zum Thema und zu einem Film der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über den Foerster-Garten in Bornim bei Potsdam. (Da war ich leider noch nicht! Allen Berliner Freunden dringend empfohlen für Juni 2021 – oder wir alle zusammen?)

Liebe Grüße und haltet euch wacker, auch und gerade zu den Festtagen, seid besinnlich und besonnen!

Euer j.


Link 1: https://www.spiegel.de/stil/gaertner-und-poet-karl-foerster-und-sein-umfangreiches-werk-a-e30bcc86-e761-435b-a833-7fa19172e307

Link 2: https://www.youtube.com/watch?v=hqRqBbETixo

Veröffentlicht am
Kategorisiert in im garten.

farbe im dunkeln (4)

(ex Folge III/15 vom 30. Dezember 2020)
Leise rieselt der Schnee

Liebe Freunde,

er rieselte wirklich, der Schnee, und hinterließ gestern eine leichte weiße Decke am Morgen, die allerdings zügig verschwand. Immerhin ergab das einige Fotos, von denen ich euch vier schicke – zwei mit den Blüten der namentlich nicht bekannten Rosen (ich nenne sie mal nach meiner Vorgärtnerin „Renate“), eine mit der schneegekrönten Sonnenbraut „Sahin’s Early Flowerer“ und eins mit frech schon hervorlugendem Narzissengrün.

Es ist schon einiges mehr an „Zwiebelgrün“ zu sehen hier und da, das verursacht in strikt gärtnerischer Sicht tatsächlich etwas wie Vorfreude auf das neue Jahr, in das ich euch jedenfalls einen guten Rutsch wünsche.

Hat man in den ruhigen Tagen zwischen den Jahren ein bisschen Zeit, kann man ruhig mal auf den schätzenswerten Internetseiten der „Öffentlich-Rechtlichen“ nach Gartenthemen suchen. Dazu folgen Links aus Nord und Süd – gern hätte ich etwas aus dem Vereinigten Königreich beigesteuert, aber die BBC lässt uns nicht rein bzw. ihre Sendungen nicht raus…

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.


NDR-Sendung „Gartenzeit“: https://www.ndr.de/suche10.html?query=Gartenzeit  (Link zu Suchergebnissen)
BR-Sendung „Querbeet“: https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/querbeet/index.html

Veröffentlicht am
Kategorisiert in im garten.

farbe im dunkeln (3)

(ex Folge III/16)
Die Vögel und das erste Grün

Liebe Freunde,

wenn ich „Die Vögel“ in den Betreff schreibe, meine ich nicht den berühmten Film. Wäre der realistisch, müssten wir hier Angst haben vor unserer vielgestaltigen Vogelschar.

Dass diese uns zufrieden oder gar glücklich macht, das haben wir nun schriftlich: Eine Studie des Fachblatts „Ecological Economics“ hat den Zusammenhang zwischen Vogelreichtum und menschlicher Zufriedenheit ermittelt (Text in Englisch hier). Und auch wenn die ernste NZZ vor allzu euphorischer Interpretation warnt (siehe Link 1, evtl. nicht allgemein zugänglich), ist es doch ein schöner Gedanke, der sich bei uns täglich bestätigt.

Aber auch bei ökologischen Ökonomen geht es ums Geld – in der Studie wurde errechnet, dass 14 zusätzliche Vogelarten im persönlichen Umfeld in Sachen Zufriedenheit exakt 124 Euro monatlich wert sind. Nun, das versüßt mir die Verluste durch Kurzarbeit doch ein wenig.

Nun malen auch hier die Gartenvögel leider nicht die Dunkelheit bunt an. Schmerzlich vermisse ich noch immer den Dompfaff alias Gimpel, siehe Link 2 – beim Abspielen des Videos merkte sogar unsere Katze auf. Zum Thema Farbe überlege ich, ob der nächste Winter nicht durch etwas Blühendes wie Winter-Schneeball oder Zaubernuss verschönert werden sollte – davon dann zu gegebener Zeit mehr.

Mehr als Grün kann ich zurzeit nicht bieten, aber so einiges kündigt sich an und es wird täglich mehr. Auf den Fotos seht ihr die vielversprechenden ersten Austriebe von Kugeldistel (Echinops ritro „Arctic Glow“) und Fetthenne (Sedum telephium „Herbstfreude“). Immerhin!

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.


Link 1: https://www.nzz.ch/panorama/voegel-steigern-laut-einer-studie-das-wohlbefinden-ld.1594344

Link 2: https://www.youtube.com/watch?v=DhvyNQZDNUs

Kugeldistel


Echinops ritro
„Arctic Glow“
(August 2020)

Fetthenne


Sedum telephium „Herbstfreude“ (mit Schafgarbe)
(August 2020)

Veröffentlicht am
Kategorisiert in im garten.

farbe im dunkeln (2)

(ex Folge III/17)
Das Jahreszeiten-Rätselfoto

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der laufenden Überarbeitung dieser WordPress-Seite.

Liebe Freunde,

ich bin ja skeptisch, wenn mir in Zeitschriften immer aufs Neue erzählt wird, wie wunderbar ein Garten im Winter aussehen kann (und sollte). Meist sind die Fotos dann vom einzigen Tag mit Schnee während eines langen, dunklen, tristen, frostlosen Winters. Will sagen: Ohne Schnee, im typisch deutschen Winterwetter, kann man sich noch so große Mühe geben…

Immerhin hatten wir hier, wie ihr schon wisst, einen Morgen mit etwas Puderzucker, den ich zum Fotografieren genutzt habe. Als ich in den letzten Tagen zu Vergleichszwecken durch die sommerlichen Bilder blätterte, dachte ich, das gäbe doch eine hübsche, kleine Rätselaufgabe.

Und hier ist sie: Wer kann im Vergleich der beiden Fotos erkennen, welche Partie aus dem sommerlichen Beet auf dem Wintermotiv zu erkennen ist – sprich: Von wo aus habe ich fotografiert?

Pflichtgemäß aber doch ein Link zu einem der vielen Artikel, ihr wisst schon, bei Schnee und Frost sieht alles so gut aus… Der ökologische Grund scheint mir viel wichtiger: Die Samenstände sind willkommene Nahrung für unsere tierischen Mitbewohner.

Liebe Grüße und haltet euch wacker,
euer j.


https://www.mein-schoener-garten.de/gartenpraxis/ziergaerten/stauden-im-winter-nicht-alle-schneiden-10181

Winter


Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea „Alba“)
Fetthenne (Sedum specatbile „Herbstfreude“)
u.v.m.

Sommer


Kaskadenrose „Frau Eva Schubert“
Eisenkraut (Verbena bonariensis)
Schleierkraut (Gypsophila repens)
Kapuzinerkresse, Schmuckkörbchen, Salbei
u.v.m.

Veröffentlicht am
Kategorisiert in im garten.